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Markus spioniert seinem Bruder nach






Markus hatte keine Ruhe mehr gefunden, seit Yildiz ihm gesagt hatte, was mit ihr geschehen war. Er war zutiefst erschrocken und beunruhigt. Ich habe ihr versprochen zu schweigen, sagte er sich immer wieder. Aber ist das rich-tig? War es űberhaupt richtig gewesen, die Polizei nicht zu informieren? Er konnte die Argumente von Yildiz verstehen: „Du weisst doch, wie das geht. Die fragen und fra-gen. Aber hatten sie mir auch geglaubt? Anzeige gegen Unbekannt! Das ist dann auch schon alles. Und dann in alien Zeitungen: AUSLÄNDERmädchen von Skins ..." Ich will Yildiz nicht verlieren, dachte Markus immer wieder. Es muss doch einen Weg geben, diese verdammten Schweine zu finden. Immer wieder musste er daran den-ken, wie die Skins űber Yildiz hergefallen sind. War noch etwas geschehen, das er nicht wusste? Er fűhlte sich selbst verletzt und beschmutzt. Ihn hatte Yildiz zurűckgewiesen, als er einmal versucht hatte, ihren Busen zu streicheln, seine Hand in ihren Slip gleiten zu lassen. Und er hatte es auch akzeptiert. Er konnte warten. Nun hatten andere ihren Korper berűhrt. Und sie wollte nicht darűber reden. Markus wollte nicht gleich nach Hause, nachdem Yildiz davongelaufen war. Sie wollte sich von ihm trennen. Ab-schied! Aus! Fűr immer! Das tat weh. Aber er akzeptierte es nicht.

Er ging den Weg am Fluss entlang, weiter als er sonst mit Yildiz gegangen war, weil er wusste, dass da ein paar Hut-ten standen. Alte Holzhutten, in denen Gartengerate und anderes Zeug untergebracht waren. Eine dieser Hűttenhatten sich die Skins als Treffpunkt ausgebaut. Sie stand etwas abseits und war fast nicht zu sehen. Hier trainierten sie und bereiteten sich auf Űberfalle vor. Das hatte er ein-mal beobachtet.

Markus ging auf die Hutte zu und űberlegte, ob er das Schloss aufbrechen sollte. Dann aber dachte er: Das wűr-de sie nur warnen. Ich muss sie beobachten, ich muss Geduld haben.

Er war sicher, dass in dieser Hutte Beweise zu finden wa-ren fűr das, was sie taten und dachten. Aber er wollte, dass die Skins gefasst wurden.



Langsam ging er den Weg in die Stadt zurűck. Wie soil ich Yildiz erklaren, warum ich solchen Hass auf die Neos habe?, dachte er. Sie denkt, das hängt nur damit zusam-men, was die Kerle mit ihr gemacht haben. Ja, das ist es auch. Aber das hat alles schon viel frűher angefangen. Yildiz wusste nicht alles. Und er konnte es ihr auch nicht erzählen. Jetzt nicht mehr. Ich bin feige, dachte er. Es tut eben weh zu sehen, wie sich mein Bruder Ben verandert hat.

Ben war schon lange nicht mehr damit zufrieden, wie die Skins Parolen an die Wände zu schmieren und gegen Aus-lander vorzugehen. Er gehörte zu denen, die Macht woll-ten. Das hatte Markus erfahren, als er ihm einmal heim-lich nachgelaufen war, zu dieser Hutte, in der die Skins sich trafen. Er hatte gesehen, wie die Skins vor seinem Bruder stramm standen, als er ihnen Befehle erteilte. Da-bei sah sein Bruder gar nicht aus wie ein Skin, eher wie ein Bankangestellter oder jemand aus dem Management. Wie konnte Ben nur so werden?, dachte Markus. Immer wieder kamen ihm auch andere Augenblicke in den Sinn: Ben, der grofte Bruder. Der Beschutzer. Ben, der sein Taschengeld fűr einen Fussball zum Geburtstag fűr ihn gespart und mit ihm Hausaufgaben gemacht hatte. Ben, der an seinem Bett gesessen und ihn getrostet hatte, weil es keinen Vater fűr die beiden Jungen gab.

Nein, Ben war nicht immer so gewesen. Aber Markus wusste auch nicht, wann es angefangen hatte, dass Ben so anders geworden war. Die Veranderung war so nach und nach gekommen. Erst ein paar Bűcher, dann die Kassetten mit den Songs, später dann die Nazisachen. In der ersten Zeit wollte er auch mit Markus űber seine neuen Ideen sprechen. „Es muss sich alles andern. Und es wird sich auch andern, wenn endlich wieder Ordnung und Disziplin in diesem Land herrschen."

„Lass mich in Ruhe mit dem Quatsch!" Warum habe ich ihm nie zugehört, dachte Markus. Ich weiss nicht einmal, wer ihm den Kopf so verdreht hat. Jetzt redet er nicht mehr darűber, wenn er zu Hause ist, weil Mutter ihm das verboten hat. Aber ich weiss, dass die Skins auf ihn hören. Hatte vielleicht er die Kerle auf Yildiz gehetzt? Wollte Ben damit verhindern, dass er mit Yildiz zusammen war? Bei diesem Gedanken wurde ihm ganz libel. Wenn Ben dahinter steckt! Mein eigener Bruder! Markus wollte Gewissheit haben. Als er zu Hause ankam, ging er sofort in Bens Zimmer. Die Tűr war nicht abge-schlossen. Er durchwűhlte die Schubladen, bis er ein Heft-chen mit personlichen Notizen fand. Aber er kam nicht zum Lesen, denn plötzlich stand Ben vor ihm und riss ihm das Heft aus der Hand. Dann gab er ihm eine Ohrfeige. „Mach das nie wieder, Brűderchen. Ich kann auch anders!" Noch me war Markus von seinem Bruder geschlagen worden. Er sturzte sich auf ihn, doch Ben fing ihn ab. Sol-che Kraft hatte Markus nicht erwartet. „Du Nazi!", schrie er. „Du steckst hinter dem, was sie mit Yildiz gemacht haben. Du wolltest dir bloss nicht selber die Hande schmutzig machen ..."



Ben schleuderte seinen Bruder gegen die Tűr. Markus fiel auf den Boden. „Ich habe dich gewarnt. Aber du willst ja nicht hören. Mir nachspionieren!"

Markus blutete am Mund. Űber ihm stand Ben. In seinem Gesicht war eine Brutalitat, die Markus noch nie an seinem Bruder gesehen hatte. Und plötzlich sah er das kleine Symbol auf dem Hemd, ganz klein nur und kurz űber der Hose. Es war das gleiche Symbol wie bei den Schmiere-reien an der Schule. Ben hielt ihn mit dem Fuss am Boden zurűck, als Markus aufstehen wollte. „Du Schwachling! Du hast es ja nicht einmal geschafft, von der Tűrkenhure loszukommen."

Er spuckte vor Markus auf den Boden. Dann zerrte er ihn hoch und stiess ihn aus dem Zimmer. Die Tűr machte er zu und schloss sie ab. Markus konnte es nicht fassen. „Ben, wir sind Bruder! Wie kannst du so was machen?" Ben lachte hohnisch. „Du bist nicht mein Bruder. Du nicht!" Dann verliess der die Wohnung und kam auch die nachsten Tage nicht mehr nach Hause.

 



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